Bäume Pflanzen und Armut bekämpfen: Climate Nuts-Gründer Christoph im Interview

FoodForest Sierra Leone

Inhaltsverzeichnis

Mit der Vision, die Bekämpfung des Klimawandels selbst in die Hände zu nehmen, gründete Christoph Schaaf 2021 Climate Nuts. Mit Ernährungswäldern in Sierra Leone schaffen er und sein Projekt es nicht nur, CO2 in den Pflanzen zu speichern. Auch die Dorfbewohner, die besonders unter den Folgen des Klimawandels leiden, bekommen eine Chance aus der Armut. Seit Anfang 2023 unterstützen wir bei TripLegend das Projekt mit jeder Reise, die ihr bei uns bucht. Im Interview erklärt uns Christoph das Projekt, wie es dazu kam, und warum „Foodforests“ einen besonders großen positiven Impact haben.

9 Fragen an Climate Nuts Gründer Christoph Schaaf

Hi Christoph, erzähl uns doch mal in drei kurzen Sätzen, was Climate Nuts macht.

  • Wir als Menschheit erleben aktuell eine dreifache Krise: Der Klimawandel entwickelt sich exponentiell, 25% der Tier- und Pflanzenarten sind vom Aussterben bedroht und wir haben immer noch 700 Millionen Menschen, die in extremer Armut leben.
  • Wir pflanzen deshalb Nahrungswälder in Afrika genau dort, wo sie früher gerodet wurden. Diese Wälder speichern CO2, bieten Wildtieren ein Zuhause und den Menschen eine naturpositive wirtschaftliche Perspektive
  • Für Firmen in Deutschland bieten wir Waldpatenschaften zur Unterstützung ihrer Klimaziele, Dorfpatenschaften um ihr soziales Engagement auszuweiten.
Climate Nuts Food Forest Wird Gepflanzt

Wie bist du darauf gekommen, Climate Nuts zu gründen? Was waren dein Grundgedanke und deine Motivation?

  • Die Gründung von ClimateNuts geht letztlich auf eine Abenteuerreise zurück. 2018 habe ich Job, Wohnung und mein bisheriges Leben zurückgelassen und bin ich mit dem Fahrrad nach China gefahren. Auf dem Rückweg mit dem Auto sind wir am Aralsee vorbeigekommen und ich habe zum ersten Mal realisiert, in welchen Skalen der Mensch die Natur zerstört. Der See war einmal so groß wie Bayern, es gab eine Unterwasserwelt, Schifffahrt, Fischerei und eine Lebensgrundlage für viele Menschen. Jetzt ist er zu 90 Prozent ausgetrocknet wegen der Bewässerung für Baumwollfelder v.a. in Usbekistan.
  • Ich habe mich dann intensiv mit der Klimakrise befasst und auch die pessimistischen Zukunftsszenarien studiert. An einem bestimmten Punkt habe ich dann eine Entscheidung getroffen: ich fokussiere mich auf Lösungen. Fündig geworden bin ich dann beim Drawdown Projekt aus den USA, bei dem 70 Wissenschaftler über 5 Jahre tausende von wissenschaftlichen Studien durchgearbeitet haben, um die 100 effektivsten Lösungen gegen die Klimakrise herauszufinden.
  • Das hat mich elektrisiert und eine Lösung hat mich besonders in den Bann gezogen: Agroforstsysteme. Da werden Bäume und Feldfrüchte in einem gemischten, naturnahen System kombiniert und sorgen für Ernten auf mehreren Ebenen, helfen Klima, Biodiversität und schützen Böden und Wasserhaushalt. Bei der Beschäftigung mit dem Thema bin ich dann mit Pionieren aus Afrika in Kontakt gekommen, die solche Systeme bereits aufbauen. Das war der Startpunkt für ClimateNuts.
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Warum sind Nusspflanzen besonders hilfreich und was wird sonst noch gepflanzt?

  • Cashews sind eine ausgezeichnete Pionierpflanze, die wenig Ansprüche an den Boden stellt und auch mit Trockenheit gut klarkommt. Cashews erzielen zudem hohe Preise am Markt.
  • Wir pflanzen in den Nahrungswäldern insgesamt 10 oder mehr verschiedene Baumarten wie Mangos, Kokosnüsse, Zitrusfrüchte, Moringa und Papaya. Dazwischen wachsen in bunter Fruchtfolge je nach Jahreszeit, Bohnen, Erdnüsse, Maniok, Ingwer, Ananas und Chili.
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Welche Rolle übernehmen dabei die Kleinbauern in Afrika?

  • Die Kleinbauern sind unsere wichtigsten Partner. Ihnen gehört das Land auf dem wir die Wälder pflanzen, mit ihnen bauen wir die Baumschulen zur Anzucht der Setzlinge vor, sie übernehmen Vorbereitung, Pflanzung und Pflege der Bäume.
  • Unser 4-köpfiges Team vor Ort koordiniert die Aktivitäten, organisiert die nötige Infrastruktur wie Lager und Transport und kümmert sich um die Kontakte zu den Behörden.

Was verbindet dich persönlich mit Afrika, wie bist du zu der Entscheidung zu diesem Kontinent für euer Vorhaben gekommen?

  • Es ist nicht speziell Afrika, es ist die Liebe zum Reisen, zum Hinter-den-Horizont schauen, die mich zu ClimateNuts gebracht hat. Eine meiner Lieblingsbeschäftigungen ist es, Landkarten zu studieren, mich in Google Earth zu verlieren und mir vorzustellen wie es woanders wohl ist. Wusstet Ihr, dass die Luftlinie von Senegal nach Somalia weiter ist als quer durch Russland? Afrika ist Füllhorn an Landschaften, Kulturen, Musik, Essen. Und ich kenne erst einen winzigen Bruchteil…

Gibt es die geernteten Nüsse auch in Deutschland zu kaufen? Und wie sieht es dabei mit der Klimabilanz aufgrund der Transportwege aus?

  • Ja, die Nüsse und andere Produkte gibt es auch hier zu kaufen bei uns im Onlineshop und für Firmen im Abo für den Besprechungstisch, im Büro, als kleine Geschenke für Kunden und Partner. Die Frage nach dem Transport wird uns natürlich oft gestellt. Dazu 2 Dinge:
    • Wir reduzieren den Seeweg: 60% der Cashewernte (4 Mio Tonnen / Jahr) stammt aus Afrika, aber nur 10% davon werden in Afrika verarbeitet. Der Rest wird als Rohware, die zu 4/5 aus Schalen besteht nach Fernost transportiert, um dort verarbeitet zu werden. Wir verarbeiten direkt und reduzieren die Transport-Emissionen damit um ca. einen Faktor 15.
    • Unsere Wälder speichern Kohlenstoff: Ein Hektar Nahrungswald speichert 2 Tonnen CO2 pro Jahr und bringt 2 Tonnen Ernte. Der Transport eines Containers von Westafrika sorgt für etwa eine Tonne Emissionen und in einen Container passen 12 Tonnen Cashews. Wir speichern damit 12 Tonnen, emittieren eine Tonne und sind klimapositiv. Daher auch der Name ClimateNuts.

Ihr bietet auch eine Waldpatenschaft an, was hat es mit dieser auf sich und wie genau funktioniert das? Wie können sich unsere Leser selbst engagieren?

  • Geht es Euch nicht auch manchmal so? Es steht ein besonderer Anlass an bei besonderen Menschen, sei es ein runder Geburtstag, eine bestandene Prüfung, ein neugeborenes Kind. Was schenkt man Menschen, die gefühlt alles haben? Dafür bieten wir Waldpatenschaften an, die in Form eines schönen Zertifikats das Engagement zeigen und zugleich mit einem Hektar 50 Menschen in Afrika eine Lebensgrundlage geben.
  • Ihr wählt die passende Größe aus (ab 1000 Quadratmetern gilt es als Wald), schickt uns wenn gewünscht ein Foto oder den Namen desjenigen, den Ihr beschenken wollt und wir schicken Euch die Koordinaten „Eures“ Waldes und ein Zertifikat.
  • Eine zweite Möglichkeit ist eine Waldpatenschaft für Unternehmen, die mit uns ihre Klimabilanz verbessern wollen und zugleich soziale und ökologisches Engagement zeigen möchten.
  • Infos dazu findet Ihr hier: Climate Nuts Waldpatenschaft
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Du bist selbst ein waschechter Abenteurer und hast einige spannende Destinationen besucht. Wie muss nachhaltiger Tourismus für dich aussehen?

  • Vielen Dank! Ja, Abenteuer und Entdeckergeist wurden mir denke ich in die Wiege gelegt. Ich würde vorher die Frage stellen: Was macht eine gelungene Reise aus? Meine Antwort: schöne Natur, tiefe Begegnungen mit den Menschen und deren Kultur, spannende Erlebnisse beim Draußensein. Nachhaltigkeit sollte daran anknüpfen, diesen Schatz für die zukünftigen Generationen zu erhalten.
  • Daraus ergibt sich für mich, dass man als Besucher für den Schutz und Wiederaufbau der Natur sorgen sollte, zB durch Agroforstsysteme und Jobs für die Menschen in den Reisländern. Das Geld, das in die Regionen fließt, sollte die Menschen und kleine Unternehmen unterstützen wie urige einheimische Restaurants, Kleinbauern die Restaurants mit frischem Gemüse beliefern, ob die kleine handwerkliche Bäckerei mit dem leckersten Brot oder die Reiseführerin, die Geheimtipps hat, die in keinem Buch stehen. Die Emissionen sollten nicht nur kompensiert werden, sondern jede Reise sollte – obwohl sie Emissionen verursacht – dafür sorgen, dass der Kohlenstoff zurück in den Boden kommt.

Und zum Abschluss ein besonderes Schmankerl für unsere Leserinnen und Leser. Was ist dein persönliches Lieblingsgericht mit Cashew? Hast du einen besonders ausgefallenen Tipp, den unsere Community probieren sollte?

  • Mein salziger Favorit ist Cashew Pesto:
    • 1 Bund Basilikum
    • 1 Prise Salz
    • 4 Stk Knoblauchzehe
    • ca. 100 ml Olivenöl
    • 50 g Parmesan gerieben
    • 100 g Cashewkerne
  • Außerdem benötigst Du einen Stand- oder Stabmixer.
  • Das Basilikum waschen, trockentupfen und die Blätter von den Stängeln zupfen. Knoblauch schälen und pressen. Cashewkerne im Ofen goldbrauch rösten und anschließend hacken. Parmesan reiben Alle Zutaten im Mixer zu einer geschmeidigen Paste pürieren.
  • Jetzt kannst Du die leckere Pesto direkt mit heißer Pasta vermischen und genießen. Alternativ kannst Du sie in Gläser füllen und oben mit etwas zusätzlichem Öl bedecken, um die Pesto länger haltbar zu machen.
Cocreation Of Solutions

Vielen Dank für das Interview, Christoph! Wir freuen uns auf die Zusammenarbeit in Zukunft und sind stolz, dich als unseren Partner zählen zu dürfen.

Hier erfährst du mehr über TripLegends nachhaltiges Engagement und wie du selbst deine Reise nachhaltiger gestalten kannst, liest du in unserer Rubrik Nachhaltig Reisen. Buche jetzt dein TripLegend Abenteuer und Unterstütze Climate Nuts.

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