„Ich fühlte mich wie in einem Traum, aus dem ich nie wieder aufwachen wollte” – Cori_explore im Interview

Inhaltsverzeichnis

Im Interview erzählt uns Cori, was ihr Reisen bedeutet, warum ihr Nachhaltigkeit ganz besonders wichtig ist und wie sie dazu kam, Reisebloggerin zu werden. Im April begleitet sie uns ins aufregende Kirgistan.

In Kirgistan wird sie uns auf Instagram hautnahe Eindrücke geben. Wie sieht das Land aus, was essen die Menschen vor Ort gern? Und was passiert spannendes auf der Reise mit TripLegend? All diese und noch viel mehr Eindrücke dürfen wir dann auf ihrem Instagram Kanal Cori_explore mitverfolgen. Wir freuen uns schon riesig!

Die spannendsten, peinlichsten, schönsten und schwersten Momente ihrer vergangenen Reisen liest du schon jetzt im Interview. Dazu erfahren wir, was sie von der Reise nach Kirgistan erwartet und wie sie am letzten Tag vor der Reise nicht in Stress verfällt.

Cori_Explore Im Interview Mit Triplegend
Foto: Cori_explore

15 Fragen an Cori

1. Du bist ja schon eine ganze Weile auf Reisen jetzt und hast deinen eigenen Blog. Wie kam es dazu? Was hat dich bewegt, das bewährte Leben in Deutschland erst einmal hinter dir zu lassen und in die weite Welt zu ziehen?

Das ganze ist aus Zufall entstanden. Ich reiste Anfang 2019 mit einer Freundin durch Argentinien. Meine Freundin meinte, ich müsste mir ein Instagramprofil zulegen und hat mir auf der Reise einen kleinen Instagramcrashkurs gegeben. So ist mein Profil Cori_explore entstanden. Geschrieben habe ich schon als Kind gerne und gründete nach der Reise meinen Blog travelmehappy.de. Mein Blog war mein Hobby und kam dann so gut an, dass ich mein Hobby zum Beruf machen konnte, wobei dies nur ein Teil meiner Selbständigkeiten ist. Zusätzlich arbeite ich noch als lösungfokussierte Beraterin und Coach, Fotografin und habe eine eigene Firma, eine Miniwohnwagenvermietung.

Ich komme aus sehr einfachen Verhältnissen und meine Eltern hatten nie viel Geld, um mir und meinem Bruder große Reisen zu finanzieren. Wir waren oft campen. Dann lernte ich 2008 meinen jetzigen Mann kennen. 2010 flogen wir gemeinsam nach Kuba. Es war das erste Mal, dass ich Europa verlassen hatte und da war es um mich geschehen. Die Reise änderte alles in meinem Leben. Ich fühlte mich wie in einem Traum, aus dem ich nie wieder aufwachen wollte. Während meines Studiums habe ich sehr viel nebenbei gearbeitet, um mir so meine Reisen zu finanzieren. Deutschland habe ich ja nicht wirklich hinter mir gelassen. Ich habe keine Weltreise oder ähnliches gemacht, sondern jegliche freie Zeit investiert, um die Welt zu bereisen.

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Foto: Cori_explore

2. Was hast du vorher gemacht, und vermisst du manchmal dein altes Leben? 

Ich habe einen Bachelorabschluss in Sozialer Arbeit und Sozialpädagogik. Viele Jahre habe ich in einer Beratungsstelle für Frauen die Opfer von Menschenhandel geworden sind gearbeitet. Kein einfacher Job, den ich aber sehr gerne gemacht habe. Meine letzte Stelle in der Schwangerschaftskonfliktberatung habe ich vor ca. 1 1/2 Jahren gekündigt. Was ich manchmal definitiv vermisse, ist die Sicherheit, jeden Monat ein festes Einkommen zu haben oder Feierabend zu machen und dann wirklich frei zu haben. In der Selbständigkeit ist das mit der finanziellen Sicherheit nicht immer gegeben, doch die vielen Vorzüge möchte ich nicht mehr missen.

»Einem wilden Löwen in die Augen zu blicken hat in mir viel ausgelöst, was ich nicht gedacht hätte«

– Cori_explore

3. Nun hast du schon über 40 Länder der Welt entdecken dürfen – was war für dich das besonderste Reiseziel, mit dem du so vielleicht nicht gerechnet hättest? 

Meine Reise nach Südafrika fand ich sehr besonders, vor allem für meine Gefühlswelt. Auf Safari im Klaserie Private Game Reserve spürte ich das erste Mal in meinem Leben Todesangst, als ich in der totalen Finsternis an einem Wasserloch hockte und eine Löwin nur 2 m vor mir an mir vorbeilief. Generell einem wilden Löwen in die Augen zu blicken hat in mir viel ausgelöst, was ich nicht gedacht hätte. Es war ein Moment, indem mir klar wurde, dass ich meinen Job so nicht mehr machen möchte. Urinstinkte wurden geweckt. Kurze Zeit später habe ich mich in das Abenteuer Selbständigkeit gestürzt.

In Südafrika habe ich mich zudem meiner größten Angst gestellt und war Haikäfigtauchen. Wenn ich daran zurückdenke, kann ich nur mit dem Kopf schütteln. Niemals hätte ich vorher gedacht, dass ich da sowas mache. Zudem hatte ich nicht damit gerechnet, dass mich Kapstadt so stresst. Ich hatte es mir nicht so beklemmend vorgestellt, ständig auf die eigene Sicherheit zu achten. Trotzdem habe ich mir ein Township angeschaut und habe unfassbar viele Eindrücke mitgenommen, an die ich heute noch oft zurückdenke. Und zu Guter Letzt habe ich einen jungen Pinguin Namens Alf adoptiert, der hoffentlich wieder durch die Meere schwimmt.

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Foto: Cori_explore

4. Auf deinem Blog geht es viel um nachhaltiges Reisen – genau wie bei uns. Hast du für unsere Entdecker einen wichtigen Tipp, wie sie ihr Auslandserlebnis umweltschonender gestalten können? Was ist für dich dabei am wichtigsten?

Nachhaltigkeit liegt mir beim Reisen und im Alltag sehr am Herzen. Hier einige meiner Tipps:

  • Es gibt verschiedene Plattformen, über die man nachhaltige Unterkünfte findet, die z.B. Solarenergie nutzen und regionale Speisen anbieten. 
  • Regionale statt importierter Lebensmittel verzehren
  • Touren bei lokalen Guides buchen
  • Statt das große All Inclusive Hotel ein kleineres Hotel mit Halbpension wählen
  • Sich eine wiederverwendbare Flasche mitnehmen und Wasser aus großen Kanistern umfüllen, statt einzelne Plastikflaschen zu kaufen
  • Je weniger dein Gepäck wiegt, desto besser. Geringes Gewicht = Geringerer Co2 Ausstoß
  • Shampoo von zu Hause in kleine Behälter abfüllen und ein Stück Seife statt Duschgel mitnehmen
  • Beim Wandern und generell in der Natur auf den Wegen bleiben
  • Im Meer keine Tiere, Muscheln und Korallen anfassen, einen naturbelassenen Sonnenschutz verwenden
  • Je nachdem, in welchem Land man unterwegs ist, seinen Müll wieder mit nach Hause nehmen, da nicht alle Länder ein gutes Müllmanagement haben
  • CO2 im Anschluss der Reise kompensieren

Was davon am wichtigsten für mich ist, kann ich so gar nicht sagen. Ich versuche in jedem Urlaub Dinge davon umzusetzen und das für mich in dem Moment beste rauszuholen. Generell sollte man für sich den Druck raus nehmen alles umsetzen zu müssen. Jeder soll es machen, wie er für sich kann. Generell ist es besser eine Sache davon umzusetzen als keine.

5. Dein erstes Abenteuer mit TripLegend führt dich nach Kirgistan. Ein unbekanntes und doch so aufregendes Land. Warum hast du dieses Ziel ausgewählt? Was fasziniert dich besonders an dem Land?

Ich habe Kirgistan ausgewählt genau aus dem Grund, dass es ein noch so unbekanntes Land ist. Zugegeben, wäre ich nie auf die Idee gekommen meinem Mann zu sagen: Hey lass uns mal nach Kirgistan reisen. Mich reizt so ziemlich alles dort, weil so wenig bekannt ist und ich glaube, dass es ein ganz tolles Land ist. Kirgistan hatte ich nie wirklich als Reiseziel auf dem Radar.

6. Und was erhoffst du, auf dieser Reise zu erleben? Was sind deine Erwartungen an die Erfahrung in Kirgistan?

Meine Erwartung ist es Land und Leute kennen zu lernen, sodass ich zu Hause berichten kann: Das ist Kirgistan. Ich hoffe viele neue Menschen kennen zu lernen, mit denen ich eine gute Zeit habe und natürlich die atemberaubend schöne Natur vor Ort nicht zu vergessen. Zudem freue ich mich auf die Erfahrung in einer Jurte zu schlafen.

7. Sich dazu zu entscheiden, professionell die Welt zu bereisen, ist sicher für viele ein Traum. Bei dir hat es funktioniert. Was fasziniert dich am Reisen am meisten, was gibt dir die Motivation, immer neue Orte unseres Planeten zu erkunden? 

Reisen und die Welt zu entdecken ist für mich pure Freiheit. In mir schlummert ein unstillbarer Durst nach Abenteuern und eine unstoppbare Portion Neugier. Jede Reise bildet mich weiter. Ich lerne nicht nur etwas über jedes einzelne Land dazu, sondern auch fürs Leben und vor allem mich selbst aufs Neue kennen. Immer wenn ich von einer Reise heimkehre, hat das Erlebte etwas in mir ausgelöst. Ich bin im wahrsten Sinne weltverliebt.

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Foto: Cori_explore

8. Was war dein bisher größter Fehlschlag, wo ist mal etwas richtig schief gegangen auf Reisen und wie bist du aus dieser Situation wieder rausgekommen? Was hast du persönlich daraus als Erfahrung mitnehmen können? 

Da fallen mir tatsächlich zwei unterschiedliche Situationen ein. In Marokko hatte ich damals ein Zimmer in einem kleinen Riad mitten in Marrakesch gebucht. Es war schon Mitternacht, als wir die Unterkunft erreichten. Gerade als wir uns hinlegen wollten, erkannten wir, dass das Bett vor Bettwanzen wimmelte. So packten wir unsere Koffer, stapften mitten in der Nacht durch Marrakesch, setzten uns ins nächste Taxi und steuerten das nächstgelegene Ibis Hotel an. Seit dem schaue ich mir immer zuerst die Betten an.

 »In mir schlummert ein unstillbarer Durst nach Abenteuern«

– Cori_explore

Am schlimmsten war es aber in Nepal. Wir waren mit einer Gruppe unterwegs, dessen Durchschnittsalter wir deutlich gesenkt haben. Wenige Tage vor unserem Heimflug landeten wir in den Bergen auf 2500 Höhenmetern in einem „Bergresort“. Es dämmerte bereits. Aus dem Zimmer lief so ziemlich die ganze Truppe wieder rückwärts raus. Es war – 3 Grad kalt, die Heizung funktionierte nicht und alles war verschimmelt. Ja, sogar das Klopapier. Wie ich aus der Situation herausgekommen bin? Gar nicht. Wir saßen fest. Der Bus konnte in der Dunkelheit die Serpentinen nicht mehr hinab fahren und eine andere Unterkunft gab es nicht.

So bestellten wir eine Flasche Rum und heißes Wasser, betranken uns, bis die Lobby dicht machte, zogen so ziemlich alles an Kleidung an was wir hatten und legten uns aufs Bett. Drei Stunden Schlaf genügten. Zur Entschädigung gab es nicht nur die dicke Erkältung inkl. zweiwöchiger Urlaubs Verlängerung in Form eines Krankenscheins, sondern auch den schönsten Sonnenaufgang auf das Himalaya Gebirge. Manchmal kann man gewisse Situationen nicht ändern und muss das beste draus machen.

9. Und hattest du schonmal einen richtig peinlichen Moment, weil du jemanden nicht verstanden hast? Wie gehst du mit der Sprachbarriere um, wenn Menschen kein Englisch sprechen?

Den gab es bestimmt nicht nur einmal. In Argentinien haben wir eine Tour gemacht. Ich war die Einzige im Bus, die kein Spanisch sprach. Extra wegen mir hat der Guide dann auch noch alles in Englisch übersetzt. Peinlich war, dass ich eingeschlafen bin und mich der ganze Bus anstarrte. Mein Englisch ist auch keineswegs perfekt, deshalb bin ich da ganz locker. Gerade in Argentinien habe ich viele Menschen kennen gelernt, die kein Englisch sprachen. Wir verständigten uns via Google Translate. Ansonsten bin ich sehr geübt was das Hand- Fuß Gestikulieren angeht. Irgendwie kann man sich immer verständigen.

10. Was ist für dich die größte Hürde beim Reisen, was stört dich, gehört aber leider immer dazu? 

Eindeutig das Fliegen, Auto fahren, Zug fahren oder mit dem Schiff unterwegs sein.

Ich litt sehr lange unter Flugangst und jeder Flug war die reinste Anstrengung für mich. Während meiner Coachingausbildung ist die Angst zum Glück komplett verschwunden. Ich leide allerdings unter Reiseübelkeit und ohne meine Medikamente geht da leider nichts. 

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Foto: Cori_explore

11. Du bist auf deinen Touren für gewöhnlich mit deinem Mann unterwegs, was macht das Reisen ohne bekannte Gesichter so besonders für dich? 

Das wird für mich tatsächlich die aller erste Soloreise. Ich bin noch nie alleine geflogen. Die komplette Reise wird also etwas ganz Besonderes für mich. Alleine auf sich gestellt zu sein ohne ein bekanntes Gesicht wird sicherlich eine Erfahrung, von der ich viel lernen werde. Zudem findet man so viel schneller Anschluss. Man verlässt seine Komfortzone. Damit habe ich bisher immer gute Erfahrungen gemacht. Ich freue mich neue Leute kennen zu lernen und über mich hinaus zu wachsen.

12. Du legst großen Wert auf Umweltbewusstsein, nachhaltige Ernährung, ökologisch sinnvolles Fortbewegen. Was bewegt dich jeden Tag aufs Neue, unseren Planeten zu schonen? 

Ich habe so viele Ecken dieser Welt gesehen, was ein wahres Privileg ist. Die Schönheit der Welt und ihrer Bewohner sind mein Antrieb, jeden Tag zu versuchen unseren Planeten zu erhalten.

13. Dein linkes Handgelenk schmückt ein kleines Tattoo einer Kamera – gibt es dazu eine besondere Story oder ein Erlebnis, das du damit verknüpfst? 

Meine Leidenschaft zum Fotografieren begann vor 10 Jahren auf meiner Islandrundreise. Mittlerweile arbeite ich ja auch als Fotografin. Das Tattoo entstand an einem feucht fröhlichen Abend in meiner Wohnung, gestochen von meinem Bruder. So trage ich nicht nur immer meine Kamera bei mir, sondern auch einen Menschen, der mir sehr viel bedeutet.

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Foto: Cori_explore

14. Was fotografierst du am liebsten? Und hast du ein Motiv, auf das du dich in Kirgistan ganz besonders freust? 

Am liebsten fotografiere ich Tiere und Landschaften. Ich bin Detailverliebt und habe eine Leidenschaft für die Makrofotografie. Kleine Dinge groß darzustellen und dem Betrachter eine Perspektive zu bieten, die er so nicht erwartet hätte finde ich unglaublich spannend.

Ich freue mich auf die Geisterstadt, die Adler und die Märchenschlucht als Fotomotive ganz besonders. Mal schauen wie viele Speicherkarten ich am Ende fülle.

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Foto: Cori_explore

15. Zu guter Letzt: Was machst du am Tag bevor eine lange Reise ansteht? Packst du alles in letzter Minute oder kannst du dem Ziel ganz entspannt entgegenblicken?

Ich fange schon immer ein paar Tage vorher an zu packen, sodass ich am Abend vorher ganz entspannt bin. Zu guter Letzt schreibe ich mir noch eine kleine Liste mit Dingen, die ich unbedingt am Morgen noch einpacken muss. Und natürlich wird immer ausgiebig mit meinen Katzen geschmust.

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