Uschguli Dorfgemeinschaft

Georgien

Eine Dorfgemeinschaft inmitten der georgischen Berge, übersät mit mittelalterlichen Steintürmen und einer faszinierenden Geschichte.

Tief in den Bergen von Obersvanetien in Georgien liegt eine Gemeinschaft von Dörfern namens Uschguli. Sie gilt heute als eine der höchst gelegenen, durchgehend bewohnten Siedlungen Europas und besteht aus den Gemeinden Tschwibiani, Schibiani, Murqmeli und Tschaschaschi. Quer durch die Landschaft verteilt befinden sich schmale, steinerne Turmhäuser, von welchen viele bis heute erhalten geblieben sind. Dank der langen Isolation ist Uschguli ein außergewöhnliches Beispiel für eine mittelalterliche, europäische Bergsiedlung, die Besucher in eine lange vergangene Zeit zurückversetzt.

Die vier Ortsteile von Uschguli sind über eine Strecke von etwa 2 Kilometern verteilt. Das höchste Dorf, Schibiani, liegt auf 2200 Metern über dem Meeresspiegel. Im Verlaufe der Zeit hat Uschguli vielen einflussreichen Imperien wie den Arabern, Mongolen oder Persern standgehalten. Das Christentum und auch die Kontrolle durch Russland ab Mitte des 19. Jahrhunderts haben ihre Spuren hinterlassen, doch die Einwohner, die Swanen, haben ihre alte Lebensweise und Traditionen beibehalten. Sie sprechen ihre eigene Sprache, das Swanisch, von welchem angenommen wird, dass es sogar älter als Georgisch ist. Durch die Abwanderung der Bevölkerung und weil in der einzigen Schule auf georgisch unterrichtet wird, verschwindet das Swanische langsam. Die Geschichte erzählt von diesem Volk als tapfere und unbezwingbare Krieger, welche jeden Feind und jede Naturkatastrophe überdauern konnten. Zu verdanken haben sie dies unter anderem den zahlreichen Steintürmen, welche sowohl als Wohnraum als auch als Wehrtürme verwendet wurden. In Kriegszeiten wurden sogar bedeutende Personen und Gegenstände aus den umliegenden Gebieten nach Uschguli gebracht, um sie in den Türmen beschützen zu lassen. Über 300 solcher Türme soll es früher allein in Uschguli gegeben haben, heute stehen davon jedoch nur noch 30, beschützt durch die UNESCO.

Heute leben etwa 200 Personen dauerhaft in Uschguli und es gibt eine kleine Schule für die Kinder. Nach einer langen Zeit voller Abwanderung in die tiefer gelegenen Gebiete sieht die Dorfgemeinschaft unterdessen wieder mehr Zuwanderung und die übrig gebliebenen Familien haben es sich zum Ziel gemacht, die Kultur und Sprache der Swanen zu erhalten. Mit der Anerkennung von Tschaschaschi als UNESCO Weltkulturerbe im Jahr 1996 kamen auch Veränderungen in die Region. Die einzige Straße, die nach Uschguli führt, wurde zu Beginn der 2000er Jahre noch von Banditenbanden bedroht und nicht viele Besucher haben den Weg auf sich genommen. Im Jahr 2004 wurden diese jedoch vertrieben und die Straße soll in den kommenden Jahren sogar asphaltiert werden. Die Regierung hat 2012 eine neue Stromversorgung gebaut, sodass jetzt sogar die abgelegensten Dörfer Zugang zu Elektrizität haben. Ein kleiner Flugplatz wurde errichtet und an den verschlafenen Hängen des Tetnuldi Bergs entsteht mittlerweile eines von Georgiens größten Ski-Resorts. Der Tourismus erlebt einen Aufschwung und die Wachtürme, welche früher Eindringlinge fern gehalten haben, sollen nun Touristen anziehen.

Aufgrund seiner extremen Abgeschiedenheit bietet dieser ehemalige Außenposten unglaubliche Ausblicke über die Berge und die Möglichkeit, in das alte Dorfleben und natürlich in die lebendige Geschichte der Swanen einzutauchen. Die Saison beginnt jedes Jahr etwa im Mai und dauert bis Oktober. In den Monaten Juli und August gibt es die meisten Besucher in Uschguli. Im Winter liegt in den Bergen sehr viel Schnee und die Straße ist kaum passierbar. Dies könnte sich jedoch in Zukunft mit dem Ausbau der Route verändern und die Saison verlängert werden. Bereits jetzt ist die Ortschaft als Tagesausflug erreichbar und täglich bestaunen zahlreiche Touristen die mittelalterlichen Türme. Uschguli ist umgeben von wunderschönen Bergen und somit sehr beliebt für Wanderungen. Alternativ lohnt sich ein Besuch im Museum, ein Ausritt mit den zahlreichen Pferden und ein Spaziergang durch die steinernen Wachtürme.

Von Mestia aus kannst du Uschguli mit einer 3-stündigen Taxifahrt erreichen. Die Preise für die Fahrt können ziemlich hoch ausfallen (bis zu 70 Euro für ein Taxi mit 6 Plätzen), weshalb es sich lohnt, die Kosten mit anderen Reisenden zu teilen. Wenn du länger als einen Tag in der Region bleiben möchtest, hat es in Uschguli einige kleine Gasthäuser, in denen Zimmer für die Nacht gebucht werden können. Außerdem gibt es einen kleinen Lebensmittelladen sowie ein Café und die Angebote werden stetig ausgebaut.

Du möchtest die höchste Siedlung Europas besuchen, weißt aber nicht genau wie? Komm mit auf unser einmaliges Georgien-Abenteuer und lasse dich von Uschguli und zahlreichen weiteren Orten begeistern, ohne vorab mühsame Vorkehrungen treffen zu müssen.

Fun Fact

Die Swanische Sprache ist nicht niedergeschrieben, sondern wird allein verbal an die jüngeren Generationen weitergegeben.

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