Weltgrösste Puffin Kolonie – Vestmannaeyjar

Island

Vestmannaeyjar, auch bekannt als die Westmännerinseln, ist eine durch unterseeische Vulkanausbrüche entstandene Inselgruppe in Island. Neben vielen anderen Aktivitäten, kannst du hier unglaublich viel Puffins beobachten, weswegen Vestmannaeyjar auch die Papageientaucher-Hauptstadt genannt wird.

Die Vestmannaeyjar, auch Westmännerinseln genannt, sind eine Inselgruppe von insgesamt 15 Inseln und 30 Felsen, die 8 Kilometer von der Südküste Islands entfernt sind. Die Inselgruppe erstreckt sich über eine Länge von knapp 38 Kilometern und einer Breite von etwa 29 Kilometern. Die malerischen Inseln sind umgeben von schönen Basaltsäulen, die viele Höhlen, Grotten und Buchten bilden, welche zu den besonderen Merkmalen der Vestmannaeyjar gehören.

Interessant ist, dass alle Inseln durch unterseeische Vulkanausbrüche entstanden sind. Die älteste, zugleich größte Insel, die auch die einzige ist, die dauerhaft bewohnt ist, ist die Insel Heimaey. Die jüngste Insel ist Surtsey, sie ist erst zwischen 1963 und 1967 entstanden. Mittlerweile leben etwa 4.300 Menschen in Vestmannaeyjar und im Jahr 2019 konnte die Gemeinde ihr 100-jähriges Bestehen feiern.

Am 23. Januar 1973 brach der bis dorthin noch unentdeckte Vulkan Eldfell aus, woraufhin die komplette Bevölkerung der Insel Heimaey evakuiert werden musste. Glücklicherweise ist trotz des riesen Unglücks niemand ums Leben gekommen. Nach dem Ende des Ausbruchs bevölkerte sich die Insel langsam wieder auf etwa 85 % ihrer früheren Bevölkerung, jedoch wurden leider etwa ein Fünftel der Gebäude durch den Ausbruch zerstört. Die Stadt verfügte nun jedoch über ein langes Stück neues Land, auf dem eine Start- und Landebahn gebaut werden konnte, und einen Vulkan, der sehr viele Gäste anlockt. Seitdem haben sich die Westmännerinseln als beliebtes Touristenziel erholt und jedes Jahr kommen Tausende von Besuchern aus den verschiedensten Gründen auf die Inseln.

Wenn man mehr über den Vulkanausbruch 1973 erfahren möchte, kann man das Eldheimar Museum besuchen, oder natürlich selbst den Eldfell Vulkan besteigen. Generell sind die Inseln für ihre erholsamen und idyllischen Wanderwege bekannt. Eine andere Empfehlung ist das lokale Schwimmbad, hier kann man bei super warmen Wassertemperaturen den Abend ausklingen lassen. Zudem findet jedes Jahr am Wochenende vor dem ersten Montag im August „The National Festival“ statt, wofür mehr als 17.000 Menschen auf die Insel strömen. Hier wird bei guter Laune mit Musik, Tanz und Getränken ausgiebig gefeiert.

Doch wofür die Inselgruppe vermutlich am meisten bekannt ist, sind die Papageientaucher beziehungsweise Puffins. In den frühen Sommermonaten machen sich die Vögel auf den Weg zu den Inseln und bilden dort eine der größten Papageientaucher Siedlungen der ganzen Welt. Jährlich kommen mehr als 1,1 Millionen Puffin Paare zu den Inseln um dort in Klippen, Felsen oder sogar Schornsteinen zu nisten. Sie können am Besten zu Fuß oder mit dem Boot von April bis August beobachtet werden. In Stórhöfði gibt es einen Aussichtspunkt, der eine perfekte Sicht auf die Puffins bietet. Das sollte man sich nicht entgehen lassen.

Auf den Westmännerinseln gibt es zudem auch noch einige der besten Walbeobachtungsmöglichkeiten ganz Islands. Vor allem im Sommer kommt es nicht selten vor, dass man einen Finn-, Mink- oder Buckelwal sieht. Orcas können sogar das ganze Jahr über beobachtet werden.

Heimaey, die größte der Inseln, beherbergt auch noch das erste Belugawal Schutzgebiet der ganzen Welt.

Wenn man die Inseln bereisen möchte, hat man 2 Möglichkeiten, dorthin zu gelangen: mit dem Flugzeug oder mit der Fähre. Das Flugzeug kann von Reykjavik aus genommen werden. Die Fähre fährt in den Wintermonaten 3 Stunden von Þorlákshöfn und im Sommer nur 30 Minuten von Landeyjarhöfn.

Wenn man also schon mal in Island ist, lohnt sich ein Abstecher auf die Westmännerinseln auf jeden Fall. Eine Idee wäre zum Beispiel, an unserer Island Rundreise teilzunehmen und danach noch einen Ausflug zu den Westmännerinseln zu machen!

Fun Fact

Die Inseln sind nach den gälischen Sklaven benannt, die von den Nordmännern gefangen genommen worden waren. Das altnordische Wort Vestmenn (d.h. Westmen) wurde auf die Sklaven angewandt und im Isländischen beibehalten